Wie 3D-BIM-Modelle Risiken bei Sanierungen reduzieren können
- vor 23 Stunden
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Bei Sanierungen beginnt eine verlässliche Planung mit einer möglichst genauen Kenntnis des Bestands. Doch gerade bei älteren Gebäuden sind vorhandene Pläne häufig unvollständig, veraltet oder stimmen nicht mehr mit dem tatsächlich gebauten Zustand überein. Ein BIM-Modell auf Basis aktueller Vermessungsdaten schafft eine digitale Planungsgrundlage und kann dabei helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Risiken in späteren Projektphasen zu reduzieren.

Warum ist ein digitales Bestandsmodell bei Sanierungen besonders wichtig?
Wer einen Neubau plant, arbeitet mit einem definierten Planungsstand. Bei einer Sanierung ist die Ausgangssituation eine andere: Das Gebäude existiert bereits – einschließlich Umbauten, Abweichungen und Unregelmäßigkeiten, die sich über Jahre oder Jahrzehnte ergeben haben können.
Historische Bestandspläne bilden diesen tatsächlichen Zustand nicht immer zuverlässig ab. Wände können anders verlaufen als eingezeichnet, Deckenhöhen variieren oder Bauteile nachträglich verändert worden sein.
Werden solche Abweichungen erst während der Bauphase entdeckt, können durch Anpassungen der Planung Verzögerungen und zusätzliche Kosten entstehen.
Ein digitales Bestandsmodell bietet Architekten und Planern dagegen eine aktuelle räumliche Grundlage für die weitere Planung. Je nach Anforderungen können relevante geometrische Besonderheiten des Bestands bereits bei der Modellierung berücksichtigt und anschließend in die Sanierungs- oder Umbauplanung einbezogen werden.
Wie entsteht ein 3D-BIM-Modell eines Bestandsgebäudes?
Am Anfang steht die Erfassung des tatsächlichen Gebäudezustands. Eine häufig eingesetzte Methode dafür ist das 3D-Laserscanning. Dabei wird die sichtbare Geometrie des Gebäudes erfasst und als Punktwolke ausgegeben.
Diese Punktwolke enthält eine große Anzahl räumlich definierter Messpunkte und bildet die erfassten Oberflächen des Gebäudes ab. Sie ist allerdings noch kein BIM-Modell.
Im nächsten Schritt wird die Punktwolke in einer BIM- bzw. CAD-Software ausgewertet. Wände, Decken, Stützen, Fenster, Türen und andere benötigte Bauteile werden entsprechend den Projektanforderungen modelliert. Bei Bedarf können die Bauteile zusätzlich mit alphanumerischen Informationen ergänzt werden.
Dieser Prozess wird als Scan-to-BIM bezeichnet. Werden aus den Vermessungsdaten klassische 2D-Pläne wie Grundrisse, Schnitte oder Ansichten erstellt, spricht man häufig auch von Scan-to-CAD.
Wichtig dabei: Nicht jedes Projekt benötigt denselben Detaillierungsgrad. Welche Bauteile modelliert werden, welche Genauigkeit erforderlich ist und welche Informationen das Modell enthalten soll, sollte sich immer nach dem späteren Verwendungszweck richten.
Wie können BIM-Modelle Planungsrisiken reduzieren?
Der entscheidende Vorteil liegt weniger in der dreidimensionalen Darstellung selbst als in einer verlässlichen und für die weitere Planung geeigneten digitalen Bestandsgrundlage.
Planende können beispielsweise räumliche Zusammenhänge besser nachvollziehen und die neue Planung mit dem bestehenden Gebäude abstimmen. Abweichungen, unterschiedliche Höhen oder geometrische Besonderheiten können – sofern sie Bestandteil der vereinbarten Modellierungsanforderungen sind – bereits vor Beginn der Bauarbeiten berücksichtigt werden.
Das ist insbesondere bei komplexen Bestandsgebäuden relevant. Je besser der tatsächliche Bestand zu Beginn bekannt ist, desto geringer ist das Risiko, dass wesentliche geometrische Abweichungen erst auf der Baustelle sichtbar werden.
Ein BIM-Modell kann außerdem als gemeinsame Grundlage für verschiedene Planungsbeteiligte dienen und je nach Projekt beispielsweise für Architekturplanung, TGA-Planung, Koordination oder spätere Auswertungen verwendet werden.
Von der Punktwolke zur verlässlichen Planungsgrundlage
In der Praxis beginnt eine Sanierung häufig mit vorhandenen Bestandsplänen. Diese sind jedoch nicht immer aktuell genug, um darauf eine detaillierte Planung aufzubauen. Deshalb wird das Gebäude neu vermessen und beispielsweise mittels Laserscanning als Punktwolke erfasst.
Damit daraus eine nutzbare Planungsgrundlage entsteht, müssen die Messdaten anschließend interpretiert und in ein strukturiertes CAD- oder 3D-BIM-Modell überführt werden.
Genau hier liegt ein wesentlicher Punkt: Eine präzise Punktwolke führt nicht automatisch zu einem präzisen BIM-Modell.
Bei der Modellierung müssen unter anderem Bauteile richtig interpretiert, geometrische Besonderheiten bewertet und die zuvor definierten Modellierungs- und Genauigkeitsanforderungen eingehalten werden. Auch eine anschließende Qualitätskontrolle spielt eine wichtige Rolle.
Fehler oder falsche Annahmen in diesem Prozess können sich in der weiteren Planung fortsetzen. Deshalb sollte bereits vor Beginn der Modellierung klar definiert sein, wofür das Modell später eingesetzt wird und welche Informationen und Genauigkeiten dafür tatsächlich benötigt werden.
Risiken reduzieren beginnt mit einer verlässlichen Bestandsgrundlage
Ein BIM-Modell kann unbekannte Gegebenheiten eines Bestandsgebäudes nicht vollständig ausschließen. Nicht sichtbare Bauteile oder Informationen, die durch die Vermessung nicht erfasst wurden, bleiben auch im Modell eine Grenze.
Was ein sorgfältig erstelltes Bestandsmodell jedoch leisten kann, ist eine deutlich bessere Grundlage für die Planung: Der erfasste Zustand des Gebäudes wird strukturiert und digital nutzbar gemacht, relevante geometrische Abweichungen können frühzeitig berücksichtigt und Planungsentscheidungen auf einer aktuellen Datengrundlage getroffen werden.
Gerade bei Sanierungen und Umbauten kann das dazu beitragen, Überraschungen in späteren Projektphasen zu reduzieren.
Sie interessiert das Thema 3D Modellierung (BIM) und möchten mehr darüber erfahren oder Sie haben konkrete Fragen? Über einen gemeinsamen Austausch würden wir uns sehr freuen!
Michael Danklmaier, Miviso Co-Founder
Tel.: +43 512 931824 200




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